Xylit Xylitol - Eine Einleitung zum Thema

xylit molekul"Xylit" kommt von dem griechischen Wort Xylon. Xylon bezeichnet einen Behälter zum Transport von Wasser. Das Suffix "ol" bezieht sich auf die chemische Natur des Xylit-Moleküls. In der chemischen Nomenklatur gehört Xylitol zu den Zuckeralkoholen (mehrwertige Alkohole oder Polyole). In der Praxis hat Xylit nichts mit gewöhnlichem Alkohol oder Ethanol zu tun, sondern es bezieht sich auf die chemische Klassifizierung der Moleküle.

Einfache Zuckeralkohole sind mit anderen einfachen Kohlenhydraten, wie Glucose (Dextrose), Fructose (Fruchtzucker) und Xylose verwandt. Andere Zuckeralkohole die bei der Herstellung von Lebensmitteln und Pharmazeutika eingesetzt werden sind unter anderem: Sorbit, Mannit, Maltit oder Lactit.

Das Xylitol-Molekül ist ein "Pentitol Zuckeralkohol-Typ". Diese Definition deutet auf die Größe des Moleküls. Das Wort "Pentit" (mit dem Präfix penta - fünf) deutet darauf daß das Molekül fünf Kohlenstoffatome und fünf Hydroxylgruppen hat (einschließlich Sauerstoff und Wasserstoff und geschrieben OH). Sorbit und Mannit mit sechs Kohlenstoffatomen und sechs OH-Gruppen werden deshalb Hexitol genannt. Maltitol und Lactitol sind Beispiele für Polyole der disaccarid Gruppe welche mehr Kohlenstoffatome und OH-Gruppen als Hexite enthalten.

Die Geschichte Xylitols begann im 19. Jahrhundert in Deutschland. Um 1890, synthetisierte der deutsche Emil Fischer, Professor für Chemie, und seine Schüler erstmals Buchenrinde, und gewannen dadurch "Xylit". Fischer veröffentlichte seine Entdeckung im Jahre 1891 und im Jahre 1902 erhielt er den Nobelpreis für Chemie in Anerkennung seiner zahlreichen Erfolge in der chemischen Forschung. Fast zur gleichen Zeit wie Fischer, hat auch der Französische Chemiker MG Bertrand eine Art von Xylitsirup aus Weizen, Hafer Stroh synthetisiert. Daher wird angenommen, dass die Entdeckung von Xylitol aus zwei Richtungen kam.

In den folgenden Jahren wurde dem wenig Beachtung geschenkt, da noch niemand über die Funktionen von Zucker im Körper wusste und noch niemand konnte sich den Wert von Xylitol, für die Physiologie des Körpers und für Anwendungen in der Medizin und Ernährung, vorstellen. 

 

 labor xylit

In den 1950er Jahren entdeckte Dr. Oscar Touster Nashville aus Tennessee,  dass Xylit im menschlichen Stoffwechsel enthalten ist. Diese Entdeckung führte zu einer Vielzahl von neuen Forschungsprojekten. Nach dem zweiten Weltkrieg, bedingt dadurch daß es im Norden einen Bedarf an Süßmitteln gab, begannen Ingenieure und Wissenschaftler der finnischen Firma Sugar Company mit der Herstellung von Xylit aus Xylose. Schliesslich entwickelten sie ein führbares Verfahren in den sechziger Jahren für die kommerzielle Herstellung von Xylit, da es zuvor sehr teuer herzustellen war und nur einige wenige es sich leisten konnten. Beim ursprünglichen Produktionsprozess wurde die finnische Birke als Rohstoff verwendet, so dass Xylit als "Birkenzucker" bekannt wurde. Später begann man Xylit aus verschiedenen Pflanzen die Polysaccharid Xylan, einem Sepolymer, enthalten, zu gewinnen. Obwohl Xylit in der Natur vorkommt, und mit einfachen Prozessen aus Pflanzen die Xylan enthalten, gewonnen wird, erzeugen diese  Verfahren genau die gleiche Art von Xylitol wie es von unserem Körper produziert wird. Daher wird Xylit als eine 100% natürliche Substanz betrachtet. Parallel zu diesen Entwicklungen wurde im Jahr 1965 ein neues Gebäude für das Dental-Institut der Universität Turku in Turku, Finnland eröffnet. Da es bekannt war, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Zucker und Karies gibt, begannen die Forscher damit Xylit als Zuckerersatz zu untersuchen. Bis dahin hatten Russische, Japanische, Amerikaner und Deutsche Wissenschaftler bestätigt, dass Xylit ein Süßstoff ist der sicher für den Mensch, perfekt ist um den Tafelzucker zu ersetzen, für Diabetiker geeignet ist, und andere Vorteile für den menschlichen Körper hat. Seit der Dentalforschung von Turku hat sich das Bild verändert daß man von Zucker so weit hatte. Diese Studien zeigen, dass Xylit als anti-kariogene Substanz angesehen werden könnte. Diese Pionierstudien wurden in anderen Teilen der Welt erweitert.

Die Wiederstandsfähigkeit gegen Karies hängt von folgenden Faktoren ab: 

  1. Das Fehlen von kariogenen Bedingungen in der Mundhöhle. Diese Bedingungen sind zum Beispiel die Menge und Qualität des Speichels, die Verfügbarkeit von Nährstoffen für das Wachstum von Bakterien und die Mundhygiene.

  2. Die Fähigkeit zur Verbesserung des eigenen dentalen Immuneigenwiderstandes. Auch der Zustand des Zahnfleischs und der Verfügbarkeit von Calcium und Phosphationen im Speichel und Nahrung sind Faktoren.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Xylit viele der Beschwerden lindert wie zuvor aufgeführt, wie z.B. daß es die Vermehrung von Bakterien verhindert die Karies verursachen. Darüber hinaus interagiert Xylit mit Calciumionen.

Mundgesundheit ist für das Wohl des ganzen Körpers von entscheidender Bedeutung. Auch beeinflusst dies andere Aspekte wie epidemiologische oder Herzerkrankungen. Daher sagt man auch: "Zähne haben lange Wurzeln" was bedeutet, dass deren schlechter Zustand viele Folgen haben kann.